IG Metall Frankfurt
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17.11.2018, 12:11 Uhr

Kampf um Tarifbindung beim Autohaus Senger

Kollektiver Warnstreik aller Senger-Standorte

  • 29.06.2018
  • Aktuelles, Arbeit vor Ort, Tarif, Bildergalerie

Bad Homburg – Bei einem kollektiven Warnstreik aller Standorte der Senger GmbH & Co. KG in Bad Homburg bewiesen die Beschäftigten einmal mehr, dass sie weiterhin bereit sind, für eine Tarifbindung zu kämpfen. Die Auseinandersetzung zieht sich nun schon über einen längeren Zeitraum hin – ein Einlenken der Geschäftsleitung in zentralen Fragen steht jedoch nach wie vor aus.

(c) Frank Rumpenhorst

In Bad Homburg kamen am Freitag erstmalig die Beschäftigten aller Standorte der Senger Autohäuser zu einem gemeinsamen Warnstreik zusammen. Davon hatte es bereits im Vorfeld zwei gegeben (einer als Beteiligung der Belegschaft an den generellen Streiks im hessischen Kfz-Handwerk, einer für die Senger-Tarifbindung), doch noch keinen als Beschäftigten-Kollektiv. Zur hessischen Ferienzeit kamen so bei sommerlichen Temperaturen circa 120 Streikende dem Aufruf der Arbeitsniederlegung nach.

Grund dafür ist die Weigerung des Arbeitgebers, einen Tarifvertrag für alle Beschäftigten abzuschließen. Sogenannte OT (Ohne Tarif)- Beschäftigte sollen bei gleichem Lohn 4 Stunden mehr arbeiten, als das für tarifgebundene Beschäftigte vorgesehen ist. Zwar gab es zuvor eine Annäherung der zerstrittenen Parteien in Hinsicht auf eine Lohnangleichung und der OT-Beschäftigten-Eingruppierung – der Punkt der Arbeitszeit ist jedoch zu zentral, als dass er aufgegeben werden kann. Eine nachträgliche Legitimierung der zuvor durch den Arbeitgeber begangenen Tarifflucht könne mit der IG Metall nicht verhandelt werden.

Freitagmittag zog daher der Warnstreik durch Bad Homburg. Beginn der Kundgebung war an der Kreuzung Kaiser-Friedrich-Promenade/Ludwigstraße. Mit einem Zwischenstopp vor dem Hauptsitz der Senger GmbH & Co. KG ging es weiter, bevor eine Abschlusskundgebung auf dem Bahnhofsplatz gegeben wurde. Hier traten Redner auf, die noch einmal wiederholten, weshalb der Streik so wichtig war. So rief beispielsweise Uwe Zabel aus der IG Metall Bezirksleitung Mitte dazu auf, zueinander zu stehen und untereinander solidarisch zu sein. Dem Arbeitgeber müsse nötigenfalls noch weiter die Stirn geboten werden, bis es endlich den gleichen Lohn für die gleiche Arbeit gebe. Weitere Redner waren Michael Erhardt, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Frankfurt, Betriebsräte aus den Filialen der Senger Autohäuser und Solidaritätsredner anderer Betriebe.

Durch ein gemeinsames Zeichen der Solidarität und Stärke gegen die Geschäftsleitung, konnte noch einmal klargemacht werden, dass jeder Arbeitnehmer ein Recht auf Tarifbindung hat und dass die Belegschaft dabei auch in Zukunft zusammenhalten wird.


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