IG Metall Frankfurt
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24.09.2017, 08:09 Uhr

Über 200 beim Sommerfest der IG Metall Frankfurt

Bundestagskandidaten/-innen im IG Metall-Check

  • 30.08.2017
  • Aktuelles

Frankfurt – Über 200 Mitglieder der IG Metall haben am Dienstag, 29. August, im Hof des DGB-Hauses das diesjährige Sommerfest der IG Metall Frankfurt gefeiert. Eingeladen waren auch Bundestagskandidatinnen und –kandidaten von CDU, SPD, DIE LINKE, Bündnis 90/Die Grünen und FDP, die sich einer Podiumsdiskussion im Rahmen des Sommerfests stellten. Begonnen hat das Sommerfest mit einer Schweigeminute für den kürzlich verstorbenen Gewerkschaftssekretär für die Handwerksbetriebe der IG Metall Frankfurt, Joachim Ritschel.

Michael Erhardt, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Frankfurt, hat in seiner Begrüßung auf die vor uns liegenden Hauptthemen hingewiesen. Die IG Metall Frankfurt will die Betriebe des Kfz-Gewerbes in einer groß angelegten Kampagne wieder in die Tarifbindung zurückholen. Außerdem ist es der IG Metall sehr wichtig, dass die Anliegen der Beschäftigten bei der Wahl zum Bundestag und den Koalitionsverhandlungen danach in den Mittelpunkt gerückt werden. Vor allem aber stehen wir vor einer bedeutsamen Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie, in der zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder die Arbeitszeitpolitik in den Mittelpunkt rückt.

Die IG Metall hat im Frühjahr eine große Beschäftigtenbefragung durchgeführt. In Frankfurt haben sich mit 7.329 besonders viele Menschen beteiligt. Für jeden ausgefüllten Fragebogen spendet die IG Metall 1 €. Beim Sommerfest wurden an die anwesenden Vertreter der Bärenherz-Stiftung in Wiesbaden und der AWO-Frankfurt für ihr Schulranzen-Projekt symbolisch insgesamt ca. 6.500 € übergeben. Der Restbetrag entfällt auf einige weitere soziale Projekte.

Für die musikalische Unterhaltung beim Sommerfest sorgten Kathrin Kempf und Frank Albersmann.

Für die Bundestagsparteien waren Prof. Matthias Zimmer (CDU), Uli Nissen (SPD), Dr. Achim Kessler (DIE LINKE), Jessica Purkhardt (Bündnis 90/Die Grünen) und Katharina Schreiner (FDP) dabei. Martin Weiss, Zweiter Bevollmächtigter, und Tobias Wunsch, Jugendsekretär der IG Metall Frankfurt, stellten Positionen der IG Metall zu den Komplexen Arbeitsmarkt, Rente und Arbeitszeit sowie zu Themen der Jugend dar und baten die anwesenden Kandidaten um eine Stellungnahme zu den angesprochenen Themen. Im Rahmen des Sommerfests konnte es dabei nur bei einer kurzen Charakterisierung der jeweiligen Positionen bleiben. Immerhin wurde deutlich, dass sich zwar fast alle gegen sachgrundlose Befristungen aussprachen, es aber noch keine Umsetzung eines solchen Projekts in Regierungshandeln gibt. Das gilt ebenso für ein Recht zur Rückkehr von Teilzeit auf Vollzeit. Natürlich wurde auch das Thema Leiharbeit heiß diskutiert. Es wurde wieder deutlich, dass das Lohn-Dumping mit Leiharbeit den meisten Anwesenden als Grundübel auf dem Arbeitsmarkt gilt.

Es gibt bei den IG Metall-Mitgliedern deshalb viel Sympathie für ein Verbot der Leiharbeit. Die Position der IG Metall ist, Leiharbeit weiter in Richtung Equal Pay zu entwickeln, wozu es ja mit den Branchenzuschlägen geltende, aber noch nicht ausreichende Tarifverträge gibt und die Dauer von Leiharbeit zu begrenzen.

Bei der Rente geht die Forderung der Linken nach Anhebung des Rentenniveaus auf 53% und Einforderung einer Mindestrente von 1.050 € noch über die gewerkschaftlichen Positionen hinaus. Deutlich wurde hier, dass von den anderen Parteien das dringend notwendige Umsteuern gegen das weitere Absinken des Rentenniveaus nicht in dem Maße unterstützt wird, wie es die DGB-Gewerkschaften für erforderlich halten.

Bei der Arbeitszeit wurde deutlich, dass die FDP ganz im Sinne der Arbeitgeber ein Aufweichen der 11-stündigen Ruhezeit unterstützt. Interessanterweise hat Prof. Zimmer angesichts der Digitalisierung die Notwendigkeit weiterer allgemeiner Arbeitszeitverkürzung betont. In der CDU dürfte er sich mit dieser Position schwer tun.

Nach dem Auftritt der Bundestagskandidaten gab es dann in vielen Gesprächen noch Gelegenheit zur Diskussion über die politische Situation. Das herrliche Sommerwetter sorgte für beste Rahmenbedingungen für ein gelungenes Sommerfest im Hof des DGB-Hauses.


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