IG Metall Frankfurt
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17.10.2018, 05:10 Uhr

Laut für 6% und 28-Stunden-Woche

500 beim Arbeitgeberverband Hessenmetall

  • 23.01.2018
  • Aktuelles, Bildergalerie, Tarif

Frankfurt - 500 Kolleginnen und Kollegen aus Frankfurter Betrieben der Metall- und Elektroindustrie haben heute vor dem Arbeitgeberverband Hessenmetall im Frankfurter Mertonviertel für die Tarifforderungen der IG Metall in der Metall- und Elektroindustrie demonstriert. Die meisten waren mit Bussen aus ihren Betrieben gekommen.

Foto: Frank Rumpenhorst

Martin Weiss, 2. Bevollmächtigter der Frankfurter IG Metall, eröffnete die Kundgebung um 10 Uhr. "Geld für die Erfüllung unserer Tarifforderung von 6% ist sowieso genug da. Die Wirtschaft brummt wie schon lange nicht mehr. Wir setzen jetzt unseren Anteil an den Gewinnen durch."

Michael Erhardt, 1. Bevollmächtigter, berichtet aus den Tarifverhandlungen. "Es ist schon bemerkenswert, wenn die Arbeitgeber einen Teillohnausgleich für die Arbeitszeitverkürzung wegen der Pflege von Angehörigen als "Prämie fürs Nichtstun" diffamieren. Diese Herren haben offenbar kein Problem damit, ihre eigenen Angehörigen von wem auch immer pflegen zu lassen. Jedenfalls sind sie ganz weit weg von den Problemen, die viele Beschäftigte bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie haben."

Hans-Georg Kaufmann, Vertrauenskörperleiter vom Flugzeugtriebwerkhersteller Rolls Royce in Oberursel, begeistert die Zuhörer mit einer gekonnten Büttenrede. Man kann die Blockadehaltung der Arbeitgeber vor allem bei den Arbeitszeitforderungen nur mit Humor ertragen.

Herr Hampel vom Arbeitgeberverband Hessenmetall traut sich, die Argumente der Arbeitgeber zu den Tarifforderungen vorzutragen. Das Geld für eine kräftige Lohnerhöhung solle besser in Rücklagen für die Digitalisierung der Unternehmen fließen. Damit sei auch den Beschäftigten besser gedient. Die Arbeitszeitverkürzung würde den Fachkräftemangel ja noch verschärfen. Ein Teillohnausgleich sei ja den Firmen überhaupt nicht erklärbar.

Die Reaktionen der Kundgebungsteilnehmer sind eindeutig. Bei den Tarifverhandlungen mag es bei solchen Argumenten ruhig bleiben, hier nicht. Die Proteste sind unüberhörbar.

Martin Weiss geht kurz auf die Argumente ein. Die Binnennachfrage ist die wichtigste Konjunkturlokomotive. Und die werde von einer kräftigen Entgelterhöhung und nichts anderem angekurbelt. Und der Fachkräftemangel könne gut behoben werden, wenn mehr ausgebildet würde und wenn die älteren Beschäftigten in den Firmen nicht herausgedrängt würden, sondern Weiterbildungschancen bekämen.

Auch aus der Politik gibt es Solidarität. Mike Josef, Vorsitzender der SPD in Frankfurt, und Janine Wissler, Vorsitzende der Linken in Frankfurt, haben in ihren Ansprachen die solidarischen Grüße ihrer Parteien für die Warnstreikenden überbracht.

Zum Abschluss der Kundgebung reden Uwe Forstmann, Betriebsratsvorsitzender von Diehl Aerospace, und Michael Iglhaut, Betriebsratsmitglied bei Continental Teves. Sie betonen vor allem, dass eine kräftige Entgelterhöhung und mehr Verkürzungsmöglichkeiten bei der Arbeitszeit in den Betrieben dringend erforderlich sind. Michael Iglhaut berichtet, wie es in den Betrieben üblicherweise läuft, wenn ein Kollege zu niedrig eingruppiert ist. Der Arbeitgeber gesteht ihm nicht die richtige, höhere Eingruppierung zu, sondern bietet ihm an, durch Verlängerung seiner Arbeitszeit sein Einkommen zu verbessern. Genau das sei aber der falsche Weg.

Mit der musikalischen Unterstützung von Ernst Schwarz geht die Kundgebung vor dem Arbeitgeberverband zu Ende.

Alle sind sich einig. Wenn die Arbeitgeber in dieser Woche ihre Blockadehaltung nicht aufgeben, ist die IG Metall auch auf die Ausweitung der Streiks vorbereitet.


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