Sechs Jahre nach dem Anschlag von Hanau: Gemeinsam erinnern – gemeinsam handeln

20.02.2026 | Am 19. Februar jährt sich der rassistische Anschlag von Hanau zum sechsten Mal. Auch in diesem Jahr hat der Migrationsausschuss der IG Metall Frankfurt den Opfern gedacht: Wir vergessen die Opfer nicht – und wir geben keine Ruhe, bis alle offenen Fragen beantwortet sind. Rassistische Gewalt trifft Menschen, aber sie betrifft uns alle. Sie bedroht das Zusammenleben, die Demokratie und die Sicherheit in diesem Land. Wir als Gewerkschaft stehen an der Seite der Angehörigen und Betroffenen.

Gedenken heißt Aufklären

Gedenken hat viele Formen. Eine davon ist, den Ermordeten und ihren Familien den Respekt zu geben, den sie verdienen – durch lückenlose Aufklärung und das Ende von Vertuschungen. Auch sechs Jahre nach dem Anschlag bleiben zentrale Fragen unbeantwortet. Angehörige kämpfen bis heute um Transparenz und Gerechtigkeit.

Der Migrationsausschuss erinnert daran: Das Jahr hat 365 Tage, an denen wir Haltung zeigen müssen – gegen Rassismus, gegen Antisemitismus und gegen Antiziganismus, überall dort, wo wir ihnen begegnen.

Solidarität mit der Minderheit der Sinti und Roma

In diesem Jahr stand der 29. Januar – der Tag der Befreiung von Auschwitz – im Zeichen des Gedenkens an die nationale Minderheit der Sinti und Roma.
Aus diesem Anlass wurde beim Gedenken ein Beitrag des Förderverein Roma zitiert, der eindrücklich zeigt, dass der Anschlag von Hanau kein isolierter Vorfall war, sondern Teil einer Kontinuität rassistischer Ausgrenzung, Denunziation und Gewalt.

Besonders eindrucksvoll ist die Geschichte von Vili Viorel Păun, der den Täter aufzuhalten versuchte, mehrfach erfolglos den Polizeinotruf wählte und anschließend erschossen wurde. Ebenso steht die Geschichte von Mercedes Kierpacz, deren Familie bereits im Nationalsozialismus verfolgt wurde, für diese Kontinuität von Hass und Ignoranz:
„Mein Opa wurde im KZ vergast, meine Tochter in Hanau erschossen.“
Die Worte ihres Vaters, Filip Gomans, machen die Dimension des Verlustes deutlich.

Wir erinnern die Namen

Wir gedenken den Ermordeten von Hanau:

Gökhan Gültekin
Sedat Gürbüz
Said Nesar Hashemi
Mercedes Kierpacz
Hamza Kurtović
Vili Viorel Păun
Fatih Saraçoğlu
Ferhat Unvar
Kaloyan Velkov

In diesem Jahr kommt ein weiterer Name hinzu:
Ibrahim Akkuş, der den Anschlag schwer verletzt überlebte, nach Monaten im Krankenhaus jedoch am 10. Januar 2026 im Alter von 70 Jahren an den Spätfolgen starb.

Sein Tod erinnert uns einmal mehr daran, dass der Anschlag bis heute Leben zerstört – in den Familien, in der Stadt, in unserer Gesellschaft.

Unsere Haltung ist klar

Als IG Metall Frankfurt stehen wir für eine solidarische, demokratische und offene Gesellschaft. Wir stehen an der Seite der Angehörigen und Survivors. Und wir werden nicht schweigen, wenn rassistische Gewalt verharmlost, relativiert oder verschwiegen wird.

Kein Vergeben. Kein Vergessen.

Von: ce

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