Monika Gathen im Einsatz für Gerechtigkeit

Mit Herz und Haltung

02.01.2026 | Engagement, Mut und ein starkes Gefühl für Gerechtigkeit – das sind Eigenschaften, die Monika Gathen, 35, auszeichnen. Seit 2018 engagiert sich Monika als Betriebsrätin bei JOST. Sie spricht mit uns über Gerechtigkeit, Verantwortung und die Kraft des Miteinanders im Betriebsrat.

Was hat dich motiviert, Betriebsrätin zu werden?
Ich hatte schon immer einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit und großes Interesse an Personalthemen sowie am Umgang mit Mitarbeitenden. Als ich 2015 als Sachbearbeitern bei JOST anfing, lernte ich zum ersten Mal ein Unternehmen mit einem Betriebsrat kennen – und war sofort fasziniert davon, was ein Betriebsrat bewirken kann.
Damals liefen gerade die Verhandlungen zur Eingruppierung. Das war ein harter Kampf, aber am Ende konnten sie durchsetzen, dass Kolleginnen und Kollegen – mich eingeschlossen – endlich das gleiche Gehalt erhielten wie andere in vergleichbaren Positionen.
Als dann 2018 die Betriebsratswahlen anstanden, war für mich klar: Da will ich mitmachen! Und tatsächlich wurde ich direkt gewählt.

Was war bisher deine spannendste Aufgabe als Betriebsrätin?
Die Arbeit im Betriebsrat ist unglaublich abwechslungsreich – deshalb fällt es mir schwer, eine einzige Aufgabe als die spannendste zu benennen.
Zu meinen Highlights zählt auf jeden Fall, dass wir gemeinsam mit der Gewerkschaft unseren Haustarifvertrag durchsetzen konnten.
Besonders emotional wird es, wenn es um einzelne Mitarbeitende geht – etwa bei Abmahnungen oder Kündigungen. In solchen Situationen stehe ich gerne als Ansprechpartnerin zur Seite und bin manchmal auch einfach „Kummerkasten“.
Ein weiterer prägender Moment war die Verhandlung des Interessenausgleichs und Sozialplans, als mehrere Stellen abgebaut wurden. Leider kann man nicht alle retten, aber zumindest das Beste für die Betroffenen herausholen.

Auf welche Herausforderungen bist du mit deiner Betriebsratsarbeit gestoßen?
Die Betriebsratsarbeit bringt auch Herausforderungen mit sich. Auseinandersetzungen mit dem Arbeitgeber gehören dazu – da kann der Ton schon mal rauer werden. Wichtig ist, Ruhe zu bewahren und die aufgeladene Stimmung nicht mit nach Hause zu nehmen. Oder in Kündigungsfällen die Emotionalität der Mitarbeiter selbst nicht zu nahe an sich heran gehen zu lassen.
Eine weitere große Herausforderung: Wenn man die Betriebsratsarbeit neben dem eigentlichen Job macht und nicht freigestellt ist, kann das sehr anstrengend werden. Ich würde gerne noch mehr Zeit investieren, vor allem in die Frauenarbeit.
Gleichzeitig bin ich seit Anfang des Jahres Teamleiterin und möchte auch meine Führungsaufgaben erfüllen. Das ist manchmal frustrierend. Ich habe sogar kurz überlegt, ob ich beides schaffe. Aber als eine Mitarbeiterin meine Unterstützung brauchte, war klar: Ich kann die Arbeit im Betriebsrat nicht aufgeben – sie macht mir zu viel Spaß und gibt mir ein positives Gefühl.

Welchen Rat würdest du einer Kollegin geben, die auch Betriebsrätin werden möchte?
Ganz klar: Sei laut!
Gerade am Anfang, wenn man noch wenig Erfahrung hat – nutze deine Stimme. Rede mit, teile deine Meinung, diskutiere und frage nach, wenn dir etwas unklar ist.
In einem Industrieunternehmen, in dem der Männeranteil höher ist, kann das herausfordernd sein. Aber lass dich nicht einschüchtern!
Und: Nutze jede Gelegenheit für Schulungen und Seminare – Wissen ist Macht.
Nur gemeinsam können wir viel erreichen.

Liebe Moni, vielen Dank für das Interview und viel Erfolg bei den Betriebsratswahlen 2026!

Von: fb

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