IG Metall Frankfurt
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17.11.2019, 09:11 Uhr

Wir für MEHR bei JOST

Tarifbindung bei den JOST-Werken in Neu-Isenburg erreicht!

  • 01.05.2019
  • Tarif

Betrieb: JOST-Werke; weltweit führender Anbieter von LKW-Sattelkupplungen Ausgangslage: Entlohnung ca. 20% unter der Fläche M+E Ca. 500 Beschäftigte am Standort in Neu-Isenburg.

Aktionstag bei JOST

Was wurde erreicht?
Stufenweise deutliche Erhöhung der Entgelte bis 2021, Einführung einer Leistungszulage. Firmentarifvertrag mit weitreichender Anerkennung von Tarifverträgen aus der Fläche der Metall- und Elektroindustrie Hessen.

Wie wurde der Firmentarifvertrag erreicht?
Erfolgsfaktor für die Erreichung der Tarifbindung war der gute gewerkschaftliche Organisationsgrad der Belegschaft und der damit zum Ausdruck gebrachte Zusammenhalt gegenüber der Geschäftsführung. Dazu wurde systematisch an der Steigerung der gewerkschaftlichen Organisation gearbeitet und auch anschließend in der Tarifauseinandersetzung strategisch überlegt, wie das gemeinsame Ziel erreicht werden kann und welche Maßnahmen zur Erreichung unseres Zieles durchgeführt werden müssen.

Wie war der Weg dorthin?
Grundlage war und ist dafür ein offener Austausch über den richtigen Weg zwischen den Aktiven im Betrieb und dem Projektsekretär aus der Geschäftsstelle. Es wurde gemeinsam darüber entschieden, in welchem Tempo, mit welchen Methoden und welchen Botschaften die Beschäftigten angesprochen werden sollten. Wichtig war den Beschäftigten aufgrund ihrer Erfahrungen mit ihrer Geschäftsführung, dass sie auf Augenhöhe über die Entgelthöhe bei JOST verhandeln wollten. Dieses Gefühl gemeinsamer Stärke wurde zum Kern der Kampagne für die Tarifbindung bei JOST.

Nach Beginn der offenen Ansprache im November 2017 konnte bereits im April 2018 der Organisationsgrad von 50% der Belegschaft geknackt werden. Nach diesem Meilenstein wurde eine Tarifkommission gebildet und der Arbeitgeber offiziell zu Tarifverhandlungen aufgefordert. Die Tarifkommission setzte sich aus vielen engagierten aktiven Kolleginnen und Kollegen zusammen, die ihre Aufgabe als Bindeglied zwischen der Verhandlungskommission und den Mitgliedern zu fungieren sehr ernst nahmen.

In einer besonders kritischen Situation versuchte der Arbeitgeber den Dampf aus der Tarifbewegung zu nehmen, in dem er ein materiell sehr gutes Angebot unterbreitete und gleichzeitig aber klar machte, dass es dieses nur ohne Tarifvertrag geben wird. Dazu ließ er auch die Beschäftigten über sein Angebot abstimmen. Durch die unermüdliche Arbeit der Tarifkommission, den Betriebsräten und Aktiven gelang es uns, die Abstimmung in unserem Sinne zu drehen. 70% der Belegschaft sprachen sich in der Abstimmung für einen Tarifvertrag aus.

Es zeigte sich, dass wir richtig eingeschätzt hatten, dass es den Beschäftigten nicht nur um mehr Geld geht, sondern das Thema Wertschätzung und Augenhöhe von fundamentaler Bedeutung waren und sind. Zu so viel Sicherheit kann man aber nur kommen, wenn man beständig versucht, die Mitglieder in die Diskussionsprozesse einzubeziehen, zuzuhören bei ihren Wünschen und ihre Sorgen und Nöte ernst nimmt.

Auch wenn mit dem jetzigen Firmentarifvertrag noch nicht die volle Bindung an die Fläche der Metall- und Elektroindustrie erreicht wurde, können die Mitglieder bei JOST sehr stolz sein auf das Erreichte. Sie haben sich die notwendige Augenhöhe erkämpft, um sich auch in Zukunft selbstbewusst für ihre gerechte Entlohnung einzusetzen.


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